ADHS bei Erwachsenen

Als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung wird die, bei Erwachsenen auftretende Form der ADHS bezeichnet. Dies ist eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität auszeichnet.

Anders als ursprünglich angenommen, erkannte man, dass ADHS häufig nicht im Erwachsenenalter verschwindet, und dass auch Eltern von in Behandlung befindlichen Kindern oft vergleichbare Symptome aufweisen. Das Störungsbild wurde daher 1978 auf Erwachsene ausgeweitet. Aktuelle Studien zeigen, dass bis zu 60 % der Kinder mit ADHS auch im Erwachsenenalter entsprechende Symptome beibehalten, die sie in ihrer Lebensgestaltung erheblich beeinträchtigen.
Schätzungsweise sind etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland betroffen, ohne auch die geringste Ahnung davon zu haben. Denn nur wenigen ist bekannt, dass Jähzorn, Impulsivität, Chaos, ständige Stimmungsschwankungen, Beziehungsunfähigkeit wie auch Suchterkrankungen die Symptome einer ADHS sein können.

Die Diagnosekriterien für ADHS bei Kindern und Erwachsenen sind im Wesentlichen die gleichen. Bei Erwachsenen kommt allerdings das Kriterium hinzu, dass die Symptome schon das ganze Leben bestehen, doch nicht frühzeitig erkannt wurden. Jedoch neigen hyperaktive Symptome dazu, bei Erwachsenen weniger stark bemerkbar zu sein als bei Kindern. Sie haben gelernt sich besser zu beherrschen, doch sie behalten weiterhin ihre innere Unruhe. Sie sind ständig in Bewegung, haben das Gefühl, wie unter Strom zu stehen und nicht abschalten zu können. Man bemerkt es nur noch an dem Wippen der Füße, den Fingern und dass man selbst etwas unruhig in ihrer Gegenwart wird. Sie können nicht warten, müssen oft herumlaufen, weil sie sitzen und Ruhe nicht aushalten.
ADHS bei Erwachsenen manifestiert sich als Unfähigkeit, das eigene Leben zu strukturieren und einfache, tägliche Aufgaben zu planen. Ebenso kann es zum Verlust sozialer Beziehungen und häufigem Wechsel des Arbeitsplatzes führen oder sich als Schwierigkeiten, mit anderen Menschen zu arbeiten, äußern.

Grundsätzlich ist aber ADHS ein gut behandelbares Krankheitsbild. Seit April 2011 können Ärzte zur Linderung der Symptome bei erwachsenen ADHS-Patienten den Wirkstoff Methylphenidat verschreiben – jenes Medikament, das Kindern und Jugendlichen oft unter dem Markennamen Ritalin verordnet wird.

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