ADHS – Ursachen, Symptome und Ausprägungen

Fast jeder hat den Begriff ADS oder ADHS schon einmal gehört. Oftmals werden die beiden Kürzel synonym verwendet. Dabei besteht trotz des beinahe identischen Namens ein deutlicher Unterschied in der Ausprägung der Symptome. Wo dieser liegt, ist schnell erklärt. ADS, das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom äußert sich vor allem darin, dass die betroffenen Personen, meist Kinder, in sich versunken und verträumt wirken. Sie sind nach außen hin ruhig, im Inneren jedoch stark aufgewühlt. Bei ADHS kommt das Phänomen der Hyperaktivität hinzu. In der Praxis zeigen sich Kinder mit ADHS also auf den ersten Blick völlig anders als solche mit ADS. Sie sind zappelig und unruhig. Eine einheitliche Definition des Krankheitsbildes fehlt. Gerade deshalb ist es unerlässlich, immer den Einzelfall zu betrachten. Verschiedene diagnostische Kriterien treffen auf das Gros der Patienten zu:

Störungen der Aufmerksamkeit:
Das Kind wechselt häufig zwischen verschiedenen Aktivitäten und beendet sie nicht.

Hyperaktivität:
Ruhelosigkeit und übertriebene motorische Aktivität treten, insbesondere in fremdbestimmten Situationen, auf.

Impulsivität:
Betroffene Kinder sind nicht in der Lage, die eigenen Bedürfnisse abzuwarten oder gar aufzuschieben. Es kommt zu spontanen und unüberlegten Affekthandlungen.

Oft gibt es darüber hinaus weitere Auffälligkeiten z.B. im Sozialverhalten oder auftretende Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten. Dauern die Symptome ein halbes Jahr oder länger an und sind sie nicht mit dem Entwicklungsstand des Kindes vereinbar, gilt die Diagnose AD(H)S als gesichert. Beeinträchtigen die Störungen mehrere Lebensbereiche, z.B. die Familie zuhause und das Leben in der Schule, stützt dies die Diagnosestellung.

Nach derzeitigem Forschungsstand muss von mehreren Ursachen einer hyperkinetischen (ADS bzw. ADHS) Störung ausgegangen werden. Sowohl eine Disposition der Erbanlagen als auch eine Störung im Stoffwechselhaushalt oder eine abnorme Ausprägung einzelner Hirnareale sind mögliche Ursachen. Neben diesen physischen Faktoren können auch psychosoziale Faktoren Einfluss auf den Verlauf des Krankheitsbildes nehmen. Dies kann zum Beispiel ein instabiles Familiengefüge sein.

Unterstützung für Betroffene

Mittel der Wahl bei AD(H)S ist eine medikamentöse Einstellung des Patienten. Psychotherapie oder pädagogische Maßnahmen können unterstützend eingesetzt werden. Besonders wichtig für die Betroffenen ist es, sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden und sich nicht nur auf Schwächen zu reduzieren. Möglicherweise kann aus einer ursprünglich negativ konnotierten Eigenschaft auch noch ein positiver Aspekt gewonnen werden. Zappelige Kinder sind nicht nur unruhig, sondern auch lebhaft. Diese Energie gilt es nicht bloß zu unterdrücken, sondern in positive Energie umzuwandeln.

Kognitives Training und Neurofeedback

Ein moderner Ansatz findet sich im kognitiven Training. Mittels verschiedener Übungen wird ein strukturiertes Denken mit der Fähigkeit, komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge zu erfassen, erwirkt. Durch regelmäßiges Wiederholen und Training wird die eigene Konzentrationsfähigkeit verbessert.

Wie Betroffene durch regelmäßige Wiederholungen Einfluss auf die eigene Hirnaktivität nehmen können, zeigen wir Ihnen 2015 in einem speziell dafür ausgelegten Neurofeedbacktraining. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Mit Hilfe von Elektroden wird die Gehirnaktivität gemessen und kontinuierlich zurückgemeldet. So kann der Anwender erlernen, willentlich Einfluss zu nehmen und das eigene Hirnstrommuster selbst zu regulieren. Und das fast ausschließlich unbewusst und spontan.

Das Neurofeedbacktraining lässt sich darüber hinaus zum Aufmerksamkeitstraining, zur Steigerung der Aufnahmefähigkeit oder zur Erhöhung der individuellen Stresstoleranz einsetzen.