ADHS ist eine Erkrankung, die sich bereits im Kindesalter bemerkbar macht. ADHS-Betroffene wirken hyperaktiv, sind nicht in der Lage, sich langfristig zu konzentrieren und agieren besonders impulsiv. Um die Erkrankung ranken sich viele Mythen. Die häufigsten sollen nachfolgend aufgezeigt werden.

1. ADHS ist keine Krankheit, sondern eine Modeerscheinung.

Häufig wird behauptet, ADHS wäre keine Krankheit, sondern eine Folge der modernen Lebensweise. Sie zeichnet sich allgemein durch einen Bewegungsmangel, durch Zeitdruck sowie durch vermehrte Reizeinflüsse aus. Im Gegenzug dazu stelle die Gesellschaft an den Einzelnen hohe Anforderungen. Dem Körper fehle somit Zeit für den Stressabbau. ADHS wäre die Folge. Tatsächlich aber existiert das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom schon seit einigen Jahrhunderten. Bereits Heinrich Hoffmann verlieh seinem Struwwelpeter entsprechende Verhaltensweisen. Ebenfalls unter ADHS litten Einstein und Mozart.

2. ADHS ist eine Folge der falschen Erziehung.

Dass die Eltern oder die Kinderbetreuungseinrichtung Ursachen für das Auftreten von ADHS setzen, ist nicht belegt. Vielmehr ist das Gegenteil anzunehmen. Schließlich haben ADHS-Betroffene häufig gesunde Geschwister, die unter denselben Verhältnissen leben. Zwar übt das Umfeld einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Erkrankung aus, den Grundstein legt es aber nicht.

3. ADHS-Betroffene sind dumm.

Menschen mit ADHS sind weder dumm noch übermäßig intelligent. Allerdings kann es sein, dass sie in bestimmten Fachbereichen über verminderte oder verstärkte Kompetenzen verfügen. Beispielsweise können einige Betroffene sehr gute Texte schreiben, während sie beim Lesen längerer Passagen Schwierigkeiten haben. Warum das so ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Grundsätzlich allerdings steht die Intelligenz mit der Erkrankung nicht im Zusammenhang.

4. ADHS-Medikamente fördern psychische Erkrankungen.

Bei ansonsten gesunden Kindern lösen ADHS-Medikamente keine anderen Erkrankungen aus. Ein erhöhtes Risiko für eventuelle spätere Süchte, Suizidversuche oder Depressionen konnten bei Untersuchungen lediglich bei bestimmten Personengruppen nachgewiesen werden. Vielmehr ist es so, dass der Betroffene ohne eine entsprechende Medikation nicht in der Lage ist, den Alltag zu bewältigen. Wenngleich ADHS-Medikamente nicht die Ursache für die Erkrankung beseitigen können, so lindern sie doch die Symptome.

5. Mit ADHS-Medikamenten will man bei Kindern die Leistungsfähigkeit künstlich steigern.

ADHS-Betroffene müssen in der Schulzeit durch ihre Mitschüler häufig Repressalien hinnehmen. Dies hat zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Aufmerksamkeitsdefiziten negative Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen. Die ADHS-Medikamente sollten die Kinder nicht zu Höchstleistungsschülern trimmen, sondern ihnen vielmehr den steten Druck nehmen und das Lernen erleichtern. Ohnehin sind Arzneimittel dieser Art verschreibungspflichtig und ohne das Rezept des behandelnden Arztes nicht erhältlich. Er wird kaum darauf bedacht sein, ein Kind zu manipulieren. ADHS-Medikamente sind sinnvolle Hilfen.