AD(H)S und Teilleistungsschwächen – Interview mit Dr. Remo Largo

Der renommierte schweizer Kinderarzt Remo Largo erklärt in einem Interview mit Frontal21, warum er die zunehmende Anzahl der AD(H)S-Diagnosen für problematisch hält. Interessant ist dabei die Aussage, dass Verhaltensauffälligkeiten auf Grund einer Teilleistungsschwäche häufig mit einer AD(H)S verwechselt würden und dass es dann vor allem nötig sei, an diesen Teilleistungsschwächen und ihren Auswirkungen zu arbeiten.

Diesen Ansatz verfolgen wir im Kurs Sozialtrainer auch. Daher vermitteln wir theoretische Grundlagen und praktische Tipps zum Training mit Kindern mit solchen Teilleistungsschwächen in unserem Kurs.
Die Kritik Dr. Largos am gesellschaftlichen Umfeld ist nicht neu. Und trotzdem aktueller denn je. Leider aber hilft sie erst den Menschen mit AD(H)S in der nächsten Generation. Zu grundlegend sind die Änderungen, die wir in etlichen Bereichen unseres Lebens vornehmen müssten, damit diese Menschen gut mit uns leben können. Das ist unbequem und teuer.

Und gerade die, die immer massiv auf die Eltern schimpfen, die sich nach vielen Überlegungen und Therapieversuchen (ich kenne niemanden, der das mal so nebenbei tut) entschließen, ihrem Kind eine Methylphenidatbehandlung zukommen zu lassen, gerade die sind die letzten, die sich aktiv dafür einsetzen, starre Regeln und Vorgaben aufzubrechen, um den Kindern (und ihren Eltern, Erziehern und Lehrern) in Kindergarten, Schule und Ausbildung wie auch im Beruf zu helfen, ohne dieses Medikament zurecht zu kommen. Das ist nämlich richtig Arbeit.

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