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Gesunder Schlaf: Was sollte mein Kind vor dem Eins

Gesunder Schlaf bei Kindern
Gesunder Schlaf bei Kindern Foto: ULOVInteractive / pixabay.com)

Studien zeigen, dass gesunder Schlaf die geistige Entwicklung eines Kindes unterstützt. Besonders bei Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren, kann verminderter Schlaf zu schlechteren sozialen Fähigkeiten und Konzentrationsschwäche führen. Des Weiteren, besteht eine Verbindung zwischen kindlichem Schlafmangel und Fettleibigkeit. Wir sehen, dass Schlaf von fundamentaler Bedeutung für die Gesundheit eines Kindes ist. In diesem Artikel soll aufgezeigt werden, wie man das Einschlafen für ein Kind vereinfacht, um für Eltern und Kind mehr erholsame Zeit rauszuholen.

Rumtollen am Abend

Körperliche Bewegung gibt Energie und weckt auf. Wenn Sie also wollen, dass Ihr Kind zur Schlafenszeit nicht aufgedreht ist, empfiehlt es sich ein bis zwei Stunden vorher keine wilden Spiele mehr zu Spielen. Die Entspannung und das Runterkommen vom Alltag braucht seine Zeit und kann nicht plötzlich eingeleitet werden, nur weil das Kind nun im gemütlichen Bett liegt.

Das begrenzt sich aber nicht nur auf körperliche Aktivität – aufregende Geschichten und alles andere, was eine starke emotionale Regung bei ihrem Kind verursacht, sollten auch vermieden werden. Empfohlen werden ruhige Unternehmungen wie Brettspiele, Malen, ruhige Musik oder nette Bücher mit passenden Gute-Nacht-Geschichten.

Computerspiele, Fernseher, Smartphones und Tablets

Bei der Nutzung von Elektronik vor dem Zubettgehen spielen zwei Faktoren eine Rolle: einmal die geistige Aktivität, wenn man z.B.: ein Smartphone-Spiel spielt, welche Konzentration abverlangt und einmal das Licht der Displays.

Wie schon im vorherigen Punkt erwähnt, kann ein Kind sich nicht entspannen, wenn es sich mental mit etwas beschäftigt. Spannende Filme am Fernseher oder Tablet oder aufregende Spiele am Smartphone und anderen Konsolen halten Ihr Kind vom Schlafen ab und sollten daher vor dem Schlafengehen nicht benutzt werden.

Aber nicht nur eine zeitliche Abgrenzung ist sinnvoll – Forschungen zeigen, dass die Schlafqualität leidet, wenn Kinder mit dem Smartphone in der Nähe ihres Bettes oder unterm Kissen schlafen.

Ein weiterer Aspekt ist das blaue Licht, welches die Displays vom Tablet und Smartphone abgeben. Dieses Licht täuscht unsere innere Uhr, indem es den Melatoninspiegel senkt. Melatonin ist das Hormon, das dafür sorgt, dass man sich bei Dunkelheit müde fühlt. Durch helle Bildschirme, wird die Produktion des Hormons gehemmt und das Einschlafen wird erschwert.

Mittagsschlaf

Studien legen nahe, dass, sogar bei Kleinkindern, zu viel Schlaf am Tag die Nachtruhe stört. Ein bis zweijährige Kinder benötigen 11 bis 14 Stunden Schlaf, während fünf Jährige durchschnittlich eine Stunde weniger brauchen. Bemerken Sie, dass Ihr Kind nicht so lange schläft, könnte das an zu langen oder ungünstig eingelegten Mittagsschläfchen liegen. Schon bei zweijährigen kann der Mittagsschlaf überschüssig sein, jedoch kann man hier keine pauschale Regel festlegen – teilweise legen sich auch Grundschulkinder zu mittags gerne hin. Ein guter Richtwert sind 30 bis 60 Minuten, vor 15 Uhr, vorausgesetzt Ihr Kind leidet nicht an Schlafstörungen, denn dann sollte ganz auf den Mittagsschlaf verzichtet werden.

Schlafengehen als Strafe

Wenn das Zubettgehen als Strafmittel eingesetzt wird, wird das Kind das Schlafengehen mit negativen Emotionen assoziieren. Das Resultat: das Kind geht nicht mehr gerne zu Bett und versucht es entweder hinauszuzögern oder macht ein kleines Drama draus. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Schlafen für die Erholung und dem Wachstum notwendig ist und vermeiden Sie es, das Kind zu Bett zu schicken, wenn es etwas angestellt hat.

Das Bett ist nur ein Ort des Schlafens und keine Mehrzweckfläche. Geht man nur zu Bett, wenn Schlafenszeit ist, dann gewöhnt sich der Körper daran runterzufahren, sobald man im Bett liegt. Natürlich kann man bei ruhigen Aktivitäten, wie Gute-Nacht-Musik hören oder Bücher lesen, eine Ausnahme machen, da sie dabei helfen den Tag ausklingen zu lassen.

Fehlende Struktur

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind jeden Tag zur selben Zeit Schlafen geht und morgens immer zur selben Zeit aufsteht. Durch diese Regelmäßigkeit wird die innere Uhr „trainiert“ und ihr Kind wird am Abend immer zur selben Zeit müde. Es ist wichtig, auch an Wochenenden nicht zu stark von dem festgelegtem Plan abzuweichen. Geht das Kind, über das Wochenende, immer später zu Bett, werden in der Nacht von Sonntag auf Montag Schlafstörungen auftreten, wenn es für den Kindergarten oder die Schule wieder früher schlafen gehen muss.

Falsches Essverhalten

Kinder sollten nicht hungrig zu Bett gehen, da sich der Hunger negativ auf die Schlafqualität auswirkt. Vor allem bei Babys und Kleinkindern ist es schwer das nächtliche Hungergefühl als den Grund für Durchschlafstörungen festzulegen und bedarf daher erhöhter Aufmerksamkeit auf das Verhalten des Babys.

Auf der anderen Seite, sollte das Kind keine schweren Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen zu sich nehmen. Eine Essenspause von mindestens einer Stunde sollte zwischen der Mahlzeit und dem Schlafengehen liegen.

Vermeiden Sie es Ihrem Kind, ab dem späten Nachmittag, Getränke mit anregenden Substanzen zu geben. Tein- oder koffeinhaltige Getränke, wie zum Beispiel Eistee und Cola, werden, auch in kleinen Mengen, das Einschlafen massiv beeinträchtigen.

Ungemütliche Schlafumgebung

Äußere Einflüsse, wie Lärm oder ein zu helles Zimmer, können beim Einschlafen stören. Achten Sie darauf, dass das Kinderbett weiter weg vom Fenster steht, falls Verkehrslärm oder Straßenlichter eindringen sollten.

Weiteres, wirkt auch die richtige Zimmertemperatur schlaffördernd. Ideal wären 16-18 Grad. Ganz wichtig ist es, die Wohnung, aber am wichtigsten das Kinderzimmer rauchfrei zu halten. Das Zimmer vor dem Schlafengehen durchzulüften ist keine schlechte Idee.

Das Bett des Kindes sollte auch gemütlich sein – Kopfkissen und Matratze sollten der Größe und dem Gewicht des Kindes angepasst sein, um die Wirbelsäule optimal zu unterstützen. Auch sollte man Materialen wählen, die luftdurchlässig sind, sodass sich kein Hitzestau bilden kann.

Wie kann man das Einschlafen erleichtern?

Nun wissen Sie, was vor dem Einschlafen zu vermeiden ist. Aber woraus besteht denn eine gesunde Schlafhygiene? Unter Schlafhygiene versteht man Gewohnheiten, die einen gesunden und erholsamen Schlaf ermöglichen sollen. Beispielsweise könne man, für die gesunde Schlafhygiene, nachmittags auf das Trinken von koffeinhaltigen Getränke verzichten.

Schlafrituale

Schlafrituale sind ein effektives Werkzeug der Schlafhygiene. Um vor dem Einschlafen zur Ruhe zu kommen, sollten Sie für die letzten 30 Minuten vor dem Schlafengehen ein Ritual mit Ihrem Kind zusammen etablieren. Zu einem Schlafritual gehören alle möglichen Tätigkeiten, die mit der Vorbereitung auf das Zubettgehen mit einhergehen. Dazu gehören eventuelles Baden oder Waschen, Zähne putzen, Umziehen, Gute-Nacht-Geschichten und abschließende Gespräche. Alle Tätigkeiten sollten jeden Tag in der selber Reihenfolge durchgeführt werden, sodass der Körper ganz genau weiß, wann er müde werden soll.

Laut psychologischer Studien, merken sich Kleinkinder Sachen, die sie kurz vor dem Schlafen gelernt haben, deutlich besser. Das gilt auch für kleine Schläfchen, die eine halbe Stunde dauern. Nutzen Sie also die Zeit vor dem Einschlafen und wiederholen Sie für Ihr Kind all die neuen Informationen, die es tagsüber kennengelernt hat.

Sport und kreatives Spielen

Ein häufiger Grund für Schlafproblemen bei Kindern ist, dass sie sich während des Tages nicht genug austoben. In heutiger Zeit, in der auch schon Grundschüler ein Smartphone besitzen und lieber damit spielen anstatt Fahrrad zu fahren oder auf Bäume zu klettern, ist es besonders wichtig den Tagesablauf des Kindes zu beobachten. Sorgen Sie dafür, dass sich das Kind körperlich und auch geistig so richtig auspowert, damit es am Abend, wenn es zu Bett geht, müde ist.

Was kann man gegen Alpträume tun?

Besprechen Sie die Sorgen ihres Kindes vor dem Schlafengehen. Generell sollten abschließende Gespräche beim Zubettgehen stattfinden, bei denen Ihr Kind die Möglichkeit hat den ganzen Tag Revue passieren zu lassen.
Hat das Kind, aufgrund von kniffligen Hausübungen oder einem bevorstehenden Test, Schulsorgen, können Sie vor dem Schlafengehen gemeinsam nochmals die Aufgabe durchgehen, sodass Ihr Kind diese Sorge aus dem Kopf sortieren kann.

Weiters kann es hilfreich sein, schlechte Träume aufzuschreiben oder aufzumalen, umso belastende Gedanken abzulegen. Auch können Sie Ihr Kind dazu ermutigen, sich ein „Happy End“ oder eine Lösung für den Alptraum zu überlegenen.

Setzten Sie Kuscheltiere als „Übergangsobjekt“ ein, die Ihr Kind in den Schlaf begleiten, nachdem Sie sich verabschiedet haben. Viele Kinder akzeptieren den kleinen Begleiter als Trost, was auch tagsüber von Nutzen sein kann.

Fazit

Wie Sie sehen, kann Schlafmangel bei Kindern relativ gut verhindert werden, wenn man eine gesunde und regelmäßige Schlafhygiene pflegt. Sollten Schlafstörungen bei Ihrem Kind lange anhalten und auch nicht vergehen, obwohl Sie alles richtig machen, wäre es ratsam mit einem Arzt zu reden.

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